Timo Rost nimmt auf Düsseldorfer Stadtmeisterschaft Abschied vom Amateur-Boxsport

v.l. Nikitia Kostic, Paderborn und Timo Rost

Die Düsseldorfer Boxmeisterschaft stand ganz im Zeichen von Timo Rost. Der 25-jährige Modellathlet nahm auf der Veranstaltung seinen Abschied vom Amateursport.
Dritter der Deutschen Elite-Meisterschaft, Deutscher Hochschulmeister und 5. der Universitäts-WM sind einige der Meilensteine in Rosts Vita, der das Box-ABC beim TuS Gerresheim erlernte.
Wie beliebt der junge Mann in NRWs Landeshauptstadt ist, zeigten die Zuschauerzahlen. In seiner alten Wirkungsstätte an der Hayestrasse ging nichts mehr. Der Event war restlos ausverkauft. Als Rost vom Sprecher aufgerufen wurde, hatte er Schwierigkeiten, sich den Weg durch die Fans zu bahnen. Jeder wollte ihn abklatschen.

Sekundiert wurde der Mittelgewichtler von Yoshi Avci. Der wusste, gegen den Paderborner Nikita Kostic würde es bestimmt nicht einfach werden. Rost marschierte mit dem ersten Gong nach vorn und genau darauf hatte Kostic gewartet. Er wich den Angriffen seitlich aus und punktete mit seiner präzisen Schlaghand.
Ab der zweiten Runde lief es besser für Rost. Durch geschickte Tempo- und Richtungswechsel sowie seinem wuchtigen Aufwärtshaken übernahm er die Führung und gab sie bis zum Schlussgong nicht mehr ab.

Karl-Heinz Piwolinski, der die Veranstaltung als Supervisor leitete, verabschiedete Rost mit einer Laudatio. Seine Worte waren bewegend. Einige Fans wischten sich verstohlen die eine oder andere Träne aus den Augen.

Auch Nikita Kostic schnappte sich das Mikrofon. Als fairer Sportler ließ er es sich nicht nehmen, „Timo alles Gute für die Zukunft zu wünschen“.

Rost bleibt dem Boxen erhalten. Der Sportstudent möchte in das Profilager wechseln. Wie es konkret weitergehen wird, entscheidet er in vier Wochen. Erst einmal will er mit seiner Freundin Laura in den Urlaub fahren.

v.l. Ilya Hagelgans, Team Yoshi und Marcel Twardowski, Disnlaken

Insgesamt bekamen die Zuschauer 15 Titelkämpfe zu sehen, in denen fünf Düsseldorfer antraten. Coach Yoshi Avci vom gleichnamigen Boxteam führte neben Rost auch seinen Schwergewichtler Ilya Hagelgans zum Sieg, der in einem spannenden Gefecht Marcel Twardowski aus Dinslaken schlug.

Hikmet Kar darf sich über den ersten Platz im Leichtgewicht freuen. Dem 16-jährigen Schüler von den Kampfsportfreunden Düsseldorf gelang ein erstklassiger Auftritt gegen Firat Ayaz aus Köln. Ayaz musste schwere Treffer nehmen. Zu viele befand seine Ecke, die zu Recht in der dritten Runde das Handtuch warf.

v.l. Vasiliy Hunda Gerresheim und Dieson Povikani, Mülheim

Es gibt viele Tugenden, die die Düsseldorfer auszeichnen. Seit dem Kampf von Gerresheims Vasiliy Hunda gegen den Mülheimer Dieson Povikani ist eine weitere hinzugekommen: „Ein Düsseldorfer wackelt, aber er fällt nicht.“

Povikani war überlegen und wollte den KO. Immer wieder krachten seine Fäuste ins Ziel. Povikani schlug sich die Handschuhe an Hunda platt und hatte ihn mehrfach am Wackeln. Doch der Gerresheimer weigerte sich umzufallen. Hunda gab nicht auf und biss sich mit einer bewundernswerten Härte durch den Kampf. Klarer Sieg für Povikani. Für Hunda gab es Silber und die Gewissheit, dass er über exzellente Nehmerqualitäten verfügt.

PSV Boxer Seyid Süleyman unterlag in einem sehr engen Gefecht dem Remscheider Nick Smirnov.

Überhaupt hatten die Remscheider einen tollen Lauf, denn Asifa Bihorac ließ sich gegen Emilie Gette aus Bocholt den Titel nicht nehmen, genauso wie Lütfye Tutal, die Marlene Barth aus Essen bezwang.

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