Liga-Ausschuss tagt in Wallenhorst: Die erste Box-Bundesliga steht

Wallenhorst, 14.6.| Kurz und knackig war die erste Sitzung des Liga-Ausschusses. In  Wallenhorst bei Osnabrück legten die Box-Manager und Vereinsvertreter die Marschroute für die nächste Bundesliga Saison fest. Wallenhorst wurde bewusst gewählt, denn parallel fanden hier die Tagungen des DBV Vorstandes und des DBV-Kongresses statt.
Alle Beteiligten waren mit den Gesprächen zufrieden. In nicht ganz vier Stunden vereinbarten sie viel Neues, um noch attraktiveren Boxsport in Deutschlands höchster Klasse anzubieten.

Aber bevor es losging  wurde erst einmal das Hickhack um Platz zwei der abgelaufenen Saison beendet, den sowohl Nordhausen als auch Babelsberg für sich beanspruchten. Anlass hierfür waren die Wiegepunkte im Kampf zwischen dem MBR Hamm und Motor Babelsberg, der im Eklat endete. Zur Erinnerung: Der MBR hatte in Babelsberg jeden Kampf aufgegeben, da die Hammer wegen einer Verspätung zum Wiegen bereits im Vorfeld als Verlierer feststanden.

Auf der Sitzung tadelten die DBV Funktionäre das Verhalten des MBRs als „grob unsportlich“ und erklärten Nordhausen und Babelsberg gemeinsam zu den Deutschen Vizemeistern. Damit bleibt Platz drei vakant.

Welche Vereine letztendlich ins Oberhaus einziehen werden, wollte man noch nicht verraten, weil zumindest mit einem Verein noch intensive Gespräche geführt werden. Nur so viel ist klar: In der nächsten Saison boxen mindestens sechs Clubs erstklassig, unter denen auch die Aufsteiger aus Hanau und Selze sind.  Sicherlich wird der SV Motor Babelsberg auch wieder dabei sein, denn Motor-Manager Ralph Mantau wurde zum Sprecher der Liga-Vereine gewählt.

Dass alle Gewichte mindestens ein Kilogramm von der Olympischen Norm abweichen, wird sich nicht ändern. Als wahrscheinlich gilt, dass man in sieben Gewichtsklassen, je vier Runden boxen wird. Neu hinzugekommen wird die 61 Kg-Klasse. Die Gewichtsklasse bis 92 Kg wird zugunsten des Superschwergewichts (+92 Kg) wegfallen.
Neu ist auch, dass die Kämpfer ab dem Weltergewicht mit 12 Unzen Handschuhen antreten. Da der Kopfschutz wegfällt, dürfen nur noch Boxer ab 18 Jahren antreten.
Dem fehlenden Kopfschutz verdanken die Trainer, dass sie noch einmal die Schulbank drücken dürfen. Um zukünftig sekundieren zu können, benötigen sie eine Cutman-Ausbildung. In der neuen Saison können die Teams nicht mehr beliebig viele Einflieger, also Boxer aus dem Ausland einsetzen, denn man einigte sich darauf, dass mindestens die Hälfte der Kämpfer einer Mannschaft die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen muss.

Auch bei der Jury gibt es Änderungen.  DBV-Vize und Kampfrichterobmann Erich Dreke hat festgelegt, dass zusätzlich zu den vier Kampfrichtern ein Supervisor eingesetzt wird, der im Wesentlichen das ungestörte und regelkonforme Arbeiten seiner Kollegen sicherstellen soll. Weiterhin wir das aus dem Profiboxen stammende “Ten Points must” System auf Basis der Punktzettel übernommen.

Der Termin für die abschließenden Gespräche steht auch schon fest. Man wird sich im Vorfeld zur U21 DM zusammensetzen, die vom 14.8. bis zum 17.8. in Moers stattfindet.