DBV veröffentlicht Medizinisches Sicherheitskonzept

Kassel. Der DBV veröffentlicht aufgrund der Corana – Pandemie sein medizinisches Sicherheitskonzept. Es ist in Abstimmung und Mitwirkung der Ärztekommission des Deutschen Boxsport-Verbandes erstellt worden.

Medizinisches Sicherheitskonzept Deutscher Boxsport-Verband (aktualisiert am 06.05.2020)

Vorbemerkung
Es ist überaus schwierig zum jetzigen Zeitpunkt ein Sicherheitskonzept für Boxveranstaltungen im September/Oktober 2020 zu erstellen. Eine Voraussage zur epidemiologischen Lage ist schlichtweg unmöglich und wissenschaftlich fragwürdig. Von einer normalen Situation bis zu einem zweiten, noch stärkeren Ausbruch von COVID-19 ist alles möglich. Ein Sicherheitskonzept muss daher ständig aktualisiert und an die aktuelle Situation angepasst werden.
Zu diesem grundsätzlichen Sicherheitskonzept wird von den jeweiligen Ausrichtern von Boxveranstaltungen noch ein auf die regionalen Gegebenheiten insbesondere der Wettkampfhalle hinzugefügt.

Anforderung an die Teilnehmer
Jeder Teilnehmer muss einen aktuellen negativen Test, nicht älter als 3 Tage vorlegen, um nachzuweisen, dass keine Infektion vorliegt. Sollte bis dahin ein verlässlicher Antikörpertest vorliegen, der eine Immunität eindeutig belegt oder auch ein Impfnachweis, wäre das ausreichend. Jeder Teilnehmer muss eine Erklärung unterschreiben, dass er sich an die vorgegebenen Hygienevorschriften hält und sich freiwillig den Tests unterzieht und auf eigene Gefahr an dem Turnier teilnimmt. Bei Minderjährigen ist die Unterschrift der Erziehungsberechtigten erforderlich.

General Weight-In
Eine gleichzeitige ärztliche Untersuchung und das Wiegen aller Teilnehmer finden nicht statt, siehe Technical Rules der AIBA. Es erfolgt eine Kontrolle aller Startbücher auf Gültigkeit der Jahresuntersuchung, die Vorlage der Medical Forms, der Corona-Tests und der Schwanger-schaftserklärungen für den weiblichen Bereich.

Test auf COVI 19
Beim Eintreffen im Anreisehotel besteht sofort Maskenpflicht (Mund-Nasen-Schutz), um eine mögliche Virusverbreitung zu vermeiden. Die Anmeldung im Hotel, die Akkreditierung und das Beziehen der Zimmer sind Zeitfenster zur Infektionsübertragung. Dies muss unter allen Umständen vermieden werden. Bei Anreise erfolgt bei jedem Teilnehmer, also allen Boxern, Trainern, Kampfrichter, Ärzte, Physiotherapeuten und allen anderen Offiziellen ein Test auf COVID-19 (Abstrich). Der Test wird durch das Ärzteteam in den Untersuchungsräumen durchgeführt. Die Räume sind mit Bodenmarkierung zur Abstandswahrung zu markieren. Die Ärzte tragen ebenfalls Mundschutz, Handschuhe. Der Test muss am Folgetag 9 Uhr ausgewertet vorliegen. Wenn alle Tests negativ sind, kann das Turnier durchgeführt werden. Sollte ein positiver Test vorliegen, erfolgt die sofortige Meldung an das zuständige Gesundheitsamt und die Abstimmung über das weitere Vorgehen sowie die sofortige Isolierung der betroffenen Person sowie von möglichen Kontaktpersonen.

Unterbringung
Die teilnehmenden Mannschaften sind räumlich zu separieren und in verschiedenen Hotels unterzubringen. Alternativ können die Mannschaften in unterschiedlichen Etagen eines Hotels untergebracht werden, inklusive der Betreuer, Trainer und Physiotherapeuten.
Die Offiziellen (Wettkampfgericht, Kampfrichter, Ärzte) werden in einem separaten Hotel untergebracht.
Zu den Mahlzeiten wird in den Speisesaal nur eine bestimmte Anzahl von Teilnehmern eingelassen, am Eingang Händedesinfektion. Kontrolle durch Security.

Transport
Für den Fahrtransport müssen Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Sobald die Teilnehmer ihr Zimmer verlassen, Mund Nase Schutz. Eine exakte Planung ist dringend notwendig, um einen gewissen Abstand zu gewährleisten.
Ärztliche Untersuchung und Wiegen
Zum Wiegen und zur ärztlichen Untersuchung tragen die Sportler Mund Nasen Schutz. Siehe oben, außerhalb der Hotelzimmer generell Pflicht. In den ärztlichen Untersuchungsräumen herrscht Abstandspflicht, siehe oben 2 m, dies wird mit Bodenmarkierung gekennzeichnet. Um große Ansammlungen zu vermeiden wird ein Plan erstellt, welche Sportler zu einem festgelegten Zeitpunkt untersucht und gewogen werden. Das kann auch in den verschiedenen Hotels erfolgen. Für eventuelle Härtefälle beim Wiegen gilt das Ende der offiziellen Wiegezeit. Untersuchung im festgelegten Zeitfenster Vorwiegen ist nur separat möglich. Bei jedem Teilnehmer wird Temperatur gemessen und eine Auskultation der Lunge durchgeführt. Mund-Nasen-Schutz für die Ärzte und Kampfrichter muss zur Verfügung gestellt werden.

Wettkampfstätte
Sowohl die Wettkampfstätte als auch die Umkleidekabinen sollen gut zu belüften sein. Regelmäßiges Lüften vor und nach den Kämpfen sowie in den Pausen ist zwingend notwendig. Ein abgeschlossener Raum für ärztliche Behandlung muss vorhanden sein. Dieser ist täglich zu reinigen/desinfizieren. Vor Betreten der Halle erfolgt eine Händedesinfektion, ein Standspender wird zu Verfügung gestellt.

Zuschauer
Grundsätzlich werden die Veranstaltungen ohne Zuschauer durchgeführt, es sei denn die bewilligenden Behörden lassen eine begrenzte Zuschaueranzahl zu.
Bei begrenzter Anzahl von Zuschauern müssen Mindestabstände eingehalten werden. Hier wird die Zahl der Sitzplätze der Halle ermittelt, dann werden immer 3 Sitzplätze freigelassen, das sind 1,5 m Abstand, somit wird von der maximalen Kapazität der Halle nur jeder 4 Platz besetzt. Dann können 25 % der maximalen Kapazität der Halle für Zuschauer zugelassen werden.
Abhängig von der Teilnehmerzahl können auch drei Veranstaltungen am Tag durchgeführt werden. Der Einlass muss durch Security geregelt, bei 25% der Zuschauerkapazität der Halle ist Einlassverbot. Alle Toiletten und Umkleidekabinen müssen mit Spendern für Handdesinfektion ausgerüstet werden.

Verhalten am Boxring
Das Tragen von Einmalhandschuhen ist für Trainer und Betreuer am Ring sowie für Ringrichter zwingend vorgeschrieben. Nach dem Ausziehen hat eine Händedesinfektion zu erfolgen. Die Handschuhe sind nach jedem Kampf zu entsorgen, die Bereitstellung von Hygienebeuteln am Ring ist erforderlich. Handtücher sind nur für jeweils einen Boxer zu verwenden! Im Rahmen des Technical Meeting erfolgt eine Belehrung aller Trainer, Betreuer und Ringrichter, die durch Unterschrift bestätigt werden muss. Nach jedem Kampf werden die Ringpolster desinfiziert und alle Utensilien (Wasserflaschen, Kompressen, Bandagenreste u.ä.) vor Beginn des nächsten Kampfes entsorgt. Für alle am Ring tätigen Teilnehmer werden Einmalhandschuhe, Händedesinfektionsmittel und Masken in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt. Die Boxhandschuhe werden nach jedem Kampf gründlich desinfiziert. Die Wege für Ein- und Ausmarsch werden mit ausreichendem Abstand zu den Zuschauern abgegrenzt, sodass kein Kon-takt mit Zuschauern möglich ist.
Verdacht einer Erkrankung
Beim Auftreten irgendwelcher Krankheitssymptome ist umgehend ein Vertreter der Medical Jury zu informieren. Diese wird eine sofortige Untersuchung durchführen und weitere notwendige Maßnahmen (Therapie, Testdurchführung, Isolation, Information an Gesundheitsamt usw.) einleiten.

Notwendige Materialien
Sofern von der genehmigenden Behörde ein Corona-Test vor Ort verlangt wird, müssen in der Anzahl der Teilnehmer Corona-Tests zur Verfügung gestellt werden.
Hände- und Flächendesinfektion, Einmalhandschuhe in allen Größen, Mund-Nasen-Schutz. FFP-1-Masken für die Ärzte und entsprechend der aktuellen epidemiologischen Lage für alle Personen im Bereich des Field of play. Grundsätzlich muss die Anzahl der Ringärzte sich nach der Größe des Turniers richten (1-4 Ärzte).

Dr. med. Angelika Fischer     Michael Müller
Verbandsärztin                     Sportdirektor