Hasper Boxer beschenken sich selbst

Bei der Jubiläumsveranstaltung sorgen nicht nur die Kämpfe in allen Gewichtsklassen für gute Stimmung.

Hagen Er riss die Arme nach oben und ließ seiner Freude freien Lauf: Am Ende stand Fisnik Haziri jubelnd im Ring. In der dritten Runde bezwang der Boxer aus Haspe seinen Gegner durch einen technischen K.o.. Dabei musste der 24-Jährige im Vorfeld lange pausieren, berufliche Gründe ließen nur wenig Training zu. Umso glücklicher jubelte er über den Sieg im Superschwergewicht und bescherte dem Box-Sport-Club (BSC) Haspe im letzten Kampf des Abends einen gelungenen Abschluss der Jubiläumsveranstaltung.

Seit Wochen planten die Hasper die Kämpfe zum 70. Vereinsgeburtstag. Und stellten mit 18 Kämpfen vom Superfliegen- bis zum Schwergewicht ein breites Angebot auf die Beine, was Vereine aus Aachen, Leverkusen, Duisburg, Düsseldorf, Witten, Gahmen, Schalke und Baden-Württemberg in die Rundturnhalle lockte. „Wenn Haspe einlädt, dann reisen die Vereine auch von weiter weg an“, stellten die Verantwortlichen nicht ohne Stolz fest.

Und auch die Veranstalter ließen es sich nicht nehmen und schickten gleich 13 Athleten in den Ring. „Ich glaube nicht, dass wir schon mal so viele Kämpfer bei unserer eigenen Veranstaltung gestellt haben“, freute sich Trainer Mahmut Kurukafa. Und die Sportler bewiesen, dass sie sich in den vergangenen Monaten, inklusive Trainingscamp in Bodrum, gut auf das Heimspiel vorbereitete hatten. Neun Siege konnten die Hasper für sich verbuchen, zusätzlich beschenkte sich Aleks Georgiev, der am folgenden Tag seinen Geburtstag feierte, noch selbst mit dem Sonderpreis als bester Techniker. „Er hat wirklich einen super Kampf gezeigt, das sah aus wie aus dem Lehrbuch, vor allem seine Körpertreffer“, schwärmte Jugendwart Esat Kösemihaloglu.

Auch Altin Murati zeichnete sich wieder einmal durch seine gute Technik aus und beherrschte den Kampf gegen Idris Wolter vom BC Gahmen mit seinen klaren Treffern. Cihan Zor reihte sich ebenfalls bei den Siegern ein, bezwang seinen Gegner nach Punkten. Über einen Sieg freute sich der BSC-Verantwortliche dann besonders: Mohammed Diallo gewann durch Aufgabe seines Gegners in der zweiten Runde. „Es hat mich sehr, sehr für ihn gefreut, dass er nun für seine Leistung belohnt wurde.“

Europameister im Publikum

Und nicht nur Hasper und Hagener Zuschauer verfolgten das Geschehen in der umgebauten Halle. Mit Cagri Emris saß der amtierende IBF-Europameister in der ersten Reihe, ebenso wie Gabriele König, Vorsitzende des Westfälischen-Amateur-Box-Verbandes. Mit Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser und Sportdezernent Henning Keune ließen sich auch politische Gesichter das Event nicht entgehen. Denn die Hasper hatten nicht nur im Ring für spannende Paarungen gesorgt: Mit Licht- und Tontechnik wurde aus der Rundturnhalle eine professionelle Boxhalle. Cheerleader heizten das Publikum mächtig an und auch die Nummerngirls waren sehr ansehnlich. „Der Aufbau hat uns viel Zeit gekostet, aber dank vieler helfender Hände, lief alles reibungslos, was nicht selbstverständlich ist. Und es hat sich wirklich gelohnt, wir haben von allen Seiten Feedback bekommen, wie gut unsere Veranstaltung angekommen ist“, freute sich der BSC-Geschäftsführer. Zusätzlich sorgten Cheerleader und Nummerngirls für das Rahmenprogramm in den Pausen. „Die Halle war wirklich voll, 350 Zuschauer waren da“, zog Kurukafa Bilanz. Von denen ließ es sich eine Vielzahl nicht nehmen, bis zum späten Abend zu bleiben, bevor ein jubelnder Fisnik Haziri die Veranstaltung endgültig beendete.

Text: Linda Sonnenberg