NRW-SportlerInnen erzielen zweimal Gold und einmal Bronze beim Nation Cup in Serbien

Direkt Anfang des Jahres war Vojvodina (Serbien) Mittelpunkt des olympischen Boxens für alle weiblichen Altersklassen, denn die Boxing Federation of Serbia richtete den Nation Cup für Schülerinnen, Juniorinnen, der weiblichen Jugend und Elite aus.

Es war die nunmehr 8. Auflage dieses Turniers, welches sich seit seiner ersten Ausrichtung zu einem der größten internationalen Turniere im „weiblichen Sektor“ entwickelt hat und seitens des Weltverbandes im olympischen Boxen, der AIBA, in der Kategorie „A“ als Internationales Turnier geführt wird.

Damit steht es kontinentalen Meisterschaften wie Europa-, Asien- oder Weltmeisterschaften gleich.

Es war daher nicht von ungefähr, dass dort, neben Deutschland, 20 andere Nationen (Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, China, Frankreich, Griechenland, Kasachstan, Kroatien, Lettland Litauen, Montenegro, Norwegen, Polen, Russland, Slowenien, Serbien, Slowakei, Somalia, Tschechien, Ungarn, Usbekistan) an den Start gingen.

Auch war es bei den Teilnehmerinnen keine Überraschung, dass sich dort etliche Medaillengewinnerinnen der letztjährigen Asien-, Europa-, Weltmeisterschaften im Ring „tummelten“.

Bei 177 teilnehmenden Athletinnen waren 147 Wettkämpfe erforderlich, um die jeweiligen Siegerinnen in ihren Alters- und Gewichtsklassen zu ermitteln.

Der harte Weg führte daher für die Athletinnen durch die Eliminations hin zu den Viertelfinalen über die Halbfinale bis ins Finale.

Sergej von Berge, A-Lizenztrainer mit AIBA Stern Ausbildung des SC Colonia Köln, gab den Spitzensportlerinnen aus Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit dort ihre „sportliche Frühform“ zu testen und seine Delegation bestand aus Ilona Sarembo (SV Brackwede, Leichtgewicht, weibliche Jugend), Stefanie von Berge (SC Colonia Köln, Weltergewicht weibliche Jugend), Katharina Mashkow (Boxteam Essen, Fliegengewicht der Elite).

Aber auch der benachbarte hessische Boxverband vertraute ihm und schickte Viktoria Sawatzki (Federgewicht, weibliche Juniorinnen) ins Rennen auf die Titeljagd.

Allen Athletinnen wurde die Möglichkeit der Betreuung durch ihre Heimtrainer vor Ort gegeben, welche dies auch gerne in Anspruch nahmen.

Das Rückreisegepäck bestand, neben dem Gewinn jeder Menge sportlicher Erfahrung, aus zwei Gold- und einer Bronzemedaille, so dass dieser kurze Ausflug nach Serbien als sehr erfolgreich bezeichnet werden kann.

 

Im Einzelnen:

 

Katharina Mashkow

Ein schweres Los traf Katharina Mashkov mit der Russin Olga Gurova direkt schon in der Vorrunde dieses Turniers, denn die mehrfache russische Meisterin konnte auch schon auf erfolgreich Erfahrungen als Profi sammeln. Katharina zeigte über drei Runden eine starke, konzentrierte Leistung und musste sich nur knapp ihrer Kontrahentin geschlagen geben.

 

Stefanie von Berge

Bis ins Halbfinale konnte Stefanie von Berge mit starker Turnierleistung vordringen.

Dies war umso bemerkenswerter, da die junge Kölnerin, welche letztes Jahr noch im Leichtgewicht unterwegs war, zwei Gewichtsklassen höher, im Weltergewicht, startete.

Auch im Halbfinale zeigte sie gegen die mehrfache russische sowie Europameisterin Elena Zhiliaev eine mehr als ansprechende Leistung, sicherte sich vom Kampfverlauf her durch kluges boxen aus guter Distanz zwei der drei Runden.

Für einen Finaleinzug reichte es leider nicht, so dass sich Stefanie letztendlich mit Bronze begnügen musste.

 

Viktoria Sawatzki

Bis ins Finale hingegen konnte Viktoria Sawatzki einziehen.

Hier stand sie der Kasachin Nazerke Serik gegenüber und sie setzte an diesem Tag ihre tolle Turnierleistung fort.

Sie bestimmte, wie in den vorherigen Wettkämpfen auch, alle drei Runden das Geschehen im Ring und dominierte den Kampf. Viktoria konnte alle drei Runden souverän für sich entscheiden und konnte den Turniersieg mit nach Hause nehmen.

 

Ilona Sarembo

Bei Ihrem ersten Auftritt in der neuen Altersklasse der weiblichen Jugend, zeigte die junge Brackwederin, Europameisterin der Juniorinnen des letzten Jahres, dass sie auch hier die internationale Szene „aufmischen“ wird.

Mit überzeugenden Siegen konnte Ilona bis ins Finale vordringen und dort wartete mit der mehrfachen polnischen Meisterin Wanessa Orczyk die letzte Hürde zum Turniersieg.

Diese nahm sie jedoch auch und zeigte eine starke Leistung, boxte die Polin alle drei Runden gekonnt aus und hatte immer eine Hand mehr im Ziel als ihre Kontrahentin.

Der verdiente Lohn nach drei guten Runden war der Turniersieg.

Insgesamt ein “kurzer Trip” der kleinen deutschen Delegation, der sich aufgrund der gezeigten sportlichen Leistungen mehr als lohnte und mit zweimal Gold sowie einmal Bronze dekoriert wurde.

Text und Bild: Frank Niehaus