Fight Night in Hamburg – Hertha und Giants trennen sich unterschieden

Raiko Morales mit Robert und Artem Harutjunjan

Es ist passiert, die Hamburg Giants haben den Michel als Wahrzeichen der Hansestadt abgelöst.

Bei der Bundesligabegegnung zwischen Hertha BSC und den Hamburg Giants hat einfach alles gepasst. Die Boxer der Hansestadt begeisterten mit spektakulärem Kampfsport und einer brillanten Show. Auf Rockband-Level stieg der Krach, als der Bundesliga- Neuling in die Wandsbecker Sporthalle einlief – Gänsehaut pur.

Sportsenator Andy Grohe und seine Lebenspartnerin

Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grohe war beeindruckt von der Show, mit der die Giants-Besitzer Raiko und Christian Morales ihr Team vermarkten. „Es ist eine großartige Werbung für den Boxsport, es ist eine großartige Werbung für die Weltmeisterschaft, deren Gastgeber wir dieses Jahr sein werden“, erklärte Grohe in einem Interview mit go4boxing.

Mike Hanke

Hertha BSC hält aktuell den Tabellenplatz eins in der Gruppe Nord. Diesen Erfolg verdanken sie ihrem Coach Mike Hanke. Der zweifache Vizeweltmeister führte schon den Velberter Boxclub über zehnmal zu deutschen Meisterschaftsehren und seine Ziele für die Hertha sind entsprechend ambitioniert. Er will deutscher Mannschaftsmeister werden und dafür war ein Sieg gegen die „Riesen“ Pflicht.

Beide Teams mussten auf jeweils zwei ihrer Besten verzichten. Sie wurden vom DBV vorsorglich gesperrt, um an den Vorbereitungen für den Chemiepokal, der U22-Europameisterschaft und der Weltmeisterschaft teilnehmen zu können.

Für Hertha fehlten Murad Yildirim im Leichtgewicht und Abdulrahman Abu-Lubdeh im Halbschwer. Adthe Gashi und Umar Dzambekov traten für die beiden an und vorweg, sie erledigten ihre Aufgaben mit Bravour.
Den Giants fehlte ebenfalls ihr Leichtgewichtler Nenad Stancic. Er wurde durch Kaan Yildiz ersetzt. Im Superschwergewicht musste Teamkapitän Peter Kadiru absagen. Für ihn startete die Neuverpflichtung Kem Ljungquist. Die Hamburger nominierten den Dänen für die laufende Saison nach.

v.l. Alberto Mustafi, Hertha und Younes Zarraa Giants

Vor über 1.000 Zuschauern brachte Bantamgewichtler Younes Zarraa die Giants in Führung. Allerdings verpatzte der deutsche U21 Meister die erste Runde gegen Berlins bärenstarken Alberto Mustafi. Langsame Angriffe und ausschließlich Einzelschläge mit der Führhand – das war zu wenig, um Mustafi zu beeindrucken. Ab Runde zwei kam Zarraa ins Rollen. Die Distanz stimmte und in die Angriffe streute er seine knackige Rechte. Mal als Cross, mal als Kopfhaken geschlagen, fanden sie ihr Ziel. Unaufhaltsam boxte sich Zarraa nach vorn und freute sich am Schluss über die ersten Punkte für sein Team.

v.l. Mohamed Dahami, Hertha und Edison Zani, Giants

Nachdem Adthe Gashi zwischenzeitlich ausglich, brachte Halbweltergewichtler Edison Zani die Giants wieder in Führung. Dessen Kontrahent, Mohamed Dahami kämpfte tapfer, war aber unterm Strich kein Prüfstein für Hamburgs Ausnahmetalent. Zani zeigte dem Publikum was er drauf hat: Erstklassige Beinarbeit, technisch perfektes Boxen und ein virtuoser Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung. Der Kampf war kein normales Kino, es war Kino im 3D Format.

v.l. Timo Rost, Hertha und Meriton Rexhepi, Giants

Auch Timo Rost konnte nicht für Hertha punkten. Er gab gegen Meriton Rexhepi zwei der drei Runden ab. Coach Hanke weiß, dass es Rost in den Fäusten hat, schwere Kämpfe zu kontrollieren. Deshalb war er nicht ganz zufrieden mit seinem Mittelgewichtler: „Timo tat für den Angriff zu wenig“, so Hanke nach dem Kampf.

Nach Rosts Niederlage dunkelten Sorgenfalten Hankes Gesicht ab. Sein Team lag weit zurück. Bei drei ausstehenden Kämpfen war nur noch ein Unentschieden möglich.

Doch Hanke und die alte Dame Hertha gaben sich nicht auf. Zuerst besiegte Umar Dzambekov im Halbschwergewicht Ammar Abbas Abduljabar. Dann bezwang Gerghely Savoly Hamburgs Publikumsliebling Max Degenhardt vorzeitig durch TKO.

v.l. Kem Ljungquist, Giants, Alexander Müller vom Berge, Hertha

Jetzt lag die Verantwortung bei Alexander Müller vom Berge für Berlin den Ausgleich zu erkämpfen. Er war klar der Underdog gegen Kem Ljungquist. Der Superschwere der Giants ist dreifacher dänischer Meister und boxte in der WSB Saison 2016 für die Mexiko Guerreros. Viele glaubten an einen vorzeitigen Sieg des Dänen. Sie täuschten sich schwer.

Müller vom Berges Deckung stand stabil und seine Geraden krachten. Ljungquist war beeindruckt und agierte nervös. Nach einem heftigen Cut war er völlig von der Rolle. Er boxte mit der Brechtstange und deckte nicht mehr. Das war Ljungquists Untergang. In der zweiten Runde peitschte der Berliner ihn zweimal von den Beinen. Der Referee brach ab.

Müller vom Berge rettete Berlin das 12 : 12 Unentschieden. Beide Teams waren zufrieden mit dem Ergebnis. Hertha behält die Tabellenführung in der Gruppe Nord und die Giants erkämpften sich ihren ersten Ligapunkt. Dem werden schon bald weitere folgen. Da

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