Anspruchsvolles Boxen in niveauvoller Atmosphäre

Mit Gogos und guter Stimmung

Bereits beim Betreten der noch leeren Veranstaltungsstätte wurde klar, hier findet eine professionell organisierte Gala statt.
Eine Bühne, von dem das olympische Boxen heute meist leider nur träumen kann.
Von der Beleuchtung bis hin zum VIP Bereich, ein Rahmen der den Kämpfern und Zuschauern viel Respekt zollte.
Pünktlich um 19 Uhr ging es mit über 500 Zuschauern los, die bereitwillig zwischen 25,- und 50,- für die begehrten Plätze zahlten.
Das internationale Boxpublikum konnte direkt beim ersten Kampf erkennen, die Paarungen wurden auf Augenhöhe gesetzt und es sollten spannende Kämpfe werden.
Erster Deutscher im Ring war der Aachener Schwergewichtler Adil Zaaboul (MLK Aachen ) der nach langer Verletzungspause erstmalig wieder in den Ring stieg. Doch leider meldetet sich direkt nach den ersten Schlägen seine Schlaghand wieder, die er sich ironischer Weise auf der Südhollandmeisterschaft gebrochen hatte. Er ließ sich aber seine Schmerzen nicht anmerken und gestaltete den Kampf über seine Führungshand. Über die sehr knappen 2-1 Punkteniederlage war man daher nicht wirklich enttäuscht und konzentriert sich jetzt erstmal auf die erneute Heilung der Verletzung. Gute Besserung!
Nächster Deutscher war Nesar Rahmini (PTSV Aachen ) im Ring, der aber auch in seinem dritten Kampf leider keinen Sieg erkämpfen konnte. Beherzt aber technisch unterlegen konnte er nach einer starken ersten Runde, dem zwar viel jüngeren aber sichtlich erfahreneren Holländer nichts entgegensetzen.
Der nächste Kampf sollte eine große Herausforderung für das deutsche Team sein. Der Aachener Dominik Kholodnyi (MLK Aachen ) trat in seinem erst 5 Kampf gegen den mit rund 20 Kämpfen, zumindest auf dem Papier stärkeren holländischen A Klasse Boxer an.
Nach einer sehr starken ersten Runde, streckte der Aachener in der zweiten Runde seinen Gegner mit einem krachendem Aufwärtshacken nieder. Nachdem Anzählen konnte sich der Gegner jedoch in der Pause wieder erholen und beide Boxer lieferten sich eine kräfteraubende dritte Runde. Trotz des sicher geglaubten Sieges, war es zum Schluß doch der Arm des Holländers, der in die Höhe gerissen wurde.
Ein Urteil, das man nun mal so hinnehmen muss.
Nun waren es auch die Damen, die sich die Fäuste zum Kampf reichten. In ihrem ersten Kampf unterlag Anika Dorda ( PTSV Aachen ) leider klar nach Punkten. Die Boxdebütantin konnte der stärkeren und technisch deutlich überlegeneren Holländerin nichts entgegensetzten. Die Aachenerin bewies aber sehr viel Herz. Sie stellte sich der Herausforderung und zeigte klar, dass sie das Potential zu einer wahren Kämpferin hat.
Überrascht war der Gegner von Anas El Abid ( MLK Aachen ) der als nächster Deutscher in den Ring stieg. Bereits die erste Runde zeigt klar, dass die geringere Erfahrung des Aacheners durch variable Technik und mit zwei harten Fäusten wett gemacht wurde. Souverän boxte El Abid seinen Gegner aus und gewann ungefährdet nach Punkten.
Nun standen sich zwei Teamkollegen des Euregio Boxteams gegenüber. Hovannes Martrosyan besiegte den stark kämpfenden Daniel Beek nach Punkten. Beek kämpfte auf Augenhöhe musste jedoch die klareren Treffer hinnehmen. Ein moralisch wichtiger Sieg für unseren Freund aus Genk, dem in der letzten Oberliga Begegnung in Rotterdam sein klarer Sieg nicht zugesprochen wurde.
Einen furiosen Kampf bot wie erwartet, der ebenfalls aus Leverkusen zur Verstärkung des Aachener MLK Teams angereiste, Farid Youssif. Mit drei Runden Boxen der Spitzenklasse, überzeugt er nicht nur seinen zufriedenen Trainer Jörg “Heidi” Heidenreich, sondern auch die holländischen Punktrichter.

Nach dem Lokalmatadoren Ricardo Snijders, der erfolgreich einen klaren Punktsieg über den belgischen Meister erkämpfte, trat als Höhepunkt der gefeierte Publikumsliebling und holländische Meister, Hannes Te-Linde in den Ring.
Sein Gegner, der amtierende NRW Meister aus Aachen, Karim Zaaboul ( MLK Aachen ) sollte eigentlich eine leichte Beute für den mit über 50 Kämpfen erfahreneren und mit 20kg physisch überlegeneren Holländer werden.
Doch bereits in der ersten Runde war die Strategie des Deutschen klar zu erkennen. Den starken Gegner zu Angriffen reizen und diesen mit beweglichen Beinen und einer geschickten Defensivarbeit ausweichen. Bis zur Hälfte der zweiten Runde bot sich dem begeisterten Publikum das gleiche, von Taktik geprägte Bild.
Ab der zweiten Hälfte folgte Der Aachener dann dem Aufruf seines Trainers, mehr Gegenangriffe zu starten und sich seine Punkte im Infight zu erkämpfen.
In der Ecke von Zaaboul setze man nun auf die bessere Luft ihres Schützlings und zielte auf die dritte Runde ab. Eng am Gegner entfaltete sich dann der kleinere Mann und begann den Holländer seinerseits unter Druck zu setzen.
Auch wenn die Begegnung zu Gunsten das Gastgebers ausging so strahlte man doch voller Zufriedenheit über einen Kampf auf Augenhöhe.
Dankbar für die herzliche Anerkennung durch das Publikum und der gegnerischen Ecke feierte man anschließend gemeinsam den gelungenen Abend.
Ein Box-Abend voller Spannung und zufriedener Akteure wie auch Zuschauern.

Aus Sicht der angereisten deutschen Kämpfer war es eine hervorragende Erfahrung, in dieser glamourösen Kulisse gegen eine hervorragende Auswahl holländischer Kämpfer angetreten zu sein. Danke an Patrick Driessen für die vorbildliche Vorbereitung und Umsetzung.

Gegner im Ring, Freunde im Leben. Karim Zaaboul unterliegt Hannes Te-Linde nach Punkten

Gegner im Ring, Freunde im Leben. Karim Zaaboul unterliegt Hannes Te-Linde nach Punkten

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