Bundesliga: NSV-Boxer vor ersten Meistertitel

Clarence_GoyeramAutor: Johann Reinhardt

Heimkampf gegen Motor Babelsberg kann am Samstag schon die Entscheidung bringen

Die Nordhäuser Bundesliga-Boxer haben im Heimkampf gegen Motor Babelsberg (Samstag, 19:30 Uhr) vor heimischem Publikum den ersten Matchball um zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling kann im Duell mit dem Brandenburger Dauerrivalen in vielen Gewichtsklassen auf die Bestbesetzung zurückgreifen. Die Südharzer könnten nach zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang in drei Jahren Ligazugehörigkeit nun die Nachfolge des langjährigen Ligaprimus aus Velbert antreten.

Der Kader der Nordhäuser für den vorletzten Saisonkampf gegen die Gäste aus der Filmstadt kann sich durchaus sehen lassen. Im Bantam- sowie Weltergewicht kann Dietrich-Scherfling wieder auf die zuletzt noch angeschlagenen Dias Kuzembaew und Cihan Calik zurückgreifen. Auch der ungarische Publikumsliebling Balázs Bacskai, im letzten Heimkampf gegen Straubing in Folge einer Cutverletzung noch fehlend, kehrt in den Ring zurück. Bei den Anfang Dezember ausgetragenen Ungarischen Meisterschaften holte sich „Benji“ den Feinschliff, nun strebt er gegen den Deutschen Meister Josef Attanjaoui (Babelsberg) die Revanche für die zuletzt zugefügte Niederlage im Hinkampf an: „Ich bin topmotiviert ihn mit den Zuschauern im Rücken diesmal zu schlagen. Ich habe nochmals hart an meiner Form gearbeitet und bin gut auf Atanjaoui vorbereitet.“

Ganz verschont blieben die Nordhäuser aber auch diesmal nicht vom Verletzungspech. Dauerbrenner Tobias Tatai und Leistungsträger Kastriot Sopa fehlen genauso wie Denis Radovan und Slawa Kerber. „Leider blieben wir beim internationalen Round-Robin-Turnier am vorherigen Wochenende auch diesmal nicht von Verletzungen verschont“, erklärt Mannschaftsleiter Michael Döring. Sopa (Rippenprellung), Radovan und Kerber (beide Cut) zogen sich ihre Verletzungen jeweils beim Turnier in Heidelberg zu, Tatai bereitet eine Cutverletzung aus dem Rückkampf in Straubing noch Schwierigkeiten.

Nordhausens Halbschwergewichtler Leon Bunn wird nach zwei 3:0-Siegen in Heidelberg hingegen mit breiter Brust sein Saisondebüt in der Rolandstadt in Angriff nehmen. „In seiner aktuellen Form traue ich Leon zu jeden zu schlagen. Wir freuen uns ihn endlich wieder in der Ballspielhalle begrüßen zu dürfen“, so Döring. Auch im Leichtgewicht gibt es mit dem erstmaligen Einsatz von Robert Harutyunyan, bei den Deutschen Meisterschaften nach einem engen Kampf gegen Babelsbergs Atdhe Gashi mit Silber ausgezeichnet, eine Premiere. In den noch offenen Gewichtsklassen kämpfen mit Clarence Goyeram (Schweden) anstelle des verletzten Sopa und dem Russen Vladimir Ivanov zwei bekannte Gesichter. „Ob zwischen Harutyunyan und Gashi oder Bacskai und Attanjaoui, uns werden einige hochkarätige Kämpfe erwarten, in denen Nuancen entscheidend sind“, so NSV-Chefcoach Andreas Dietrich-Scherfling.

„Natürlich würden wir uns freuen wenn es am Samstag vor heimischen Publikum mit der Meisterschaft klappt“, erklärt Döring. Sollte es gegen Babelsberg nur zu einer Punkteteilung reichen, wäre man auf die Schützenhilfe Straubings in eigener Halle gegen Hannover angewiesen. Gewinnt Hannover nicht in Bayern, könnte angesichts der besseren Punktedifferenz der Nordhäuser auch ein Unentschieden zum Gewinn des Titels reichen: „Mit den Rechenspielen befassen wir uns noch gar nicht. Ziel ist es durch einen Heimsieg die Meisterschaft nach Thüringen zu holen.“

Dass ein Sieg gegen Babelsberg, die punktgleich mit Hannover bei einem möglichen Erfolg selbst noch Chancen auf den Titel haben, keineswegs ein Selbstläufer wird, ahnt aber auch Döring. Mit den beiden Niederländern Enrico La Cruz und Peter Mullenberg, letzterer bereits Millitärweltmeister geworden, Sergej Korneev, Yauheni Dauhaliavets (beide Weißrussland) und den beiden Deutschen Meistern Atdhe Gashi sowie Josef Attanjaoui bieten die Gäste eine schlagkräftige Truppe auf. Schon im Hinkampf setzte sich das Team von Trainer Ralph Mantau knapp mit 11:10 in eigener Halle gegen die Südharzer durch. Unvergessen bleibt auch die packende Saison 2012/13, in der sich der Nordhäuser SV und Motor Babelsberg letztlich den zweiten Platz teilten. „Den Meistertitel nun gegen Babelsberg perfekt zu machen, hätte deshalb nochmal eine besondere Bedeutung und motiviert uns zusätzlich“, so Döring.

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