BuLi: NSV-Boxer stürmen zurück an die Tabellenspitze

Nachbericht Boxen NSV – BC Straubing // Autorin: Sandra ArmMannschaft NSV

Zurück auf dem Spitzenplatz: Die Boxer vom Nordhäuser SV feierten am Samstagabend vor einer erneut fantastischen Kulisse einen umjubelten Heimsieg. Das Team von Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling besiegte den BC Straubing deutlich mit 13:7 und setzte sich durch die gleichzeitige Niederlage des SV Motor Babelsberg in Hannover an die Tabellenspitze. Mit dem klaren Erfolg ist der NSV seinem Projekt „Meisterschaft“ wieder ein Stück näher gekommen.

Erneut fanden etwa 1000 Zuschauer den Weg in die Nordhäuser Ballspielhalle, um die Boxer bei ihrem zweiten Heimkampf in ihrer vierten Bundesliga-Saison entsprechend lautstark zu unterstützen. Auch Scherfling weiß um die besondere Kraft des Publikums: „Es steht hinter jedem einzelnen Boxer und wird ihnen helfen, die nötigen Körner für einen Punktsieg noch freizumachen.“ Die Marschroute beim dritten Kampf in diesem Jahr war klar: Ein Sieg vor heimischem Publikum ist Pflicht. Darauf schwörte Scherfling seine Schützlinge in der Kabine ein: „Wir wollen den Wettkampf gewinnen. Das Saisonziel ist klar: Wir wollen den ersten Platz am Ende der Saison.“

Der NSV befindet sich mittendrin im Projekt „Meisterschaft“ und wollte sich zugleich mit einem Erfolg die Tabellenführung wieder zurückerobern. Gespannt schaute man deshalb auch immer wieder nach Hannover, wo der bis dahin Führende Motor Babelsberg ebenso um den Sieg und um den Verbleib an der Spitze kämpfte. Der BSK Hannover/Seelze leistete dem NSV ordentlich Schützenhilfe, indem er seinen Heimkampf mit 12:9 gewann und die Babelsberger entthronte.

Tackern, Kleben, Kühlen: So fühlt sich der erfolgreiche Kampfabend der Nordhäuser ebenso an. „Wir haben uns den Sieg teuer erkämpft – und waren noch selbst Schuld daran. Die Einstellung stimmte, aber wir sind von unserer vorher festgelegten Linie abgekommen“, sagte Dietrich-Scherfling mit einigen Sorgenfalten im Gesicht. Getrübt wurde die Freude bei den NSV-Verantwortlichen durch vier verletzte Faustkämpfer. Schwer wogen insbesondere die Cutverletzungen bei Dias Kuzembaev und Ciham Calik. Das rechte Auge dick und blau: Tobias Tatai und Vladimir Ivanov kamen glimpflicher davon.

Die Straubinger forderten den NSV in allen Belangen und setzten ebenfalls gute Akzente im Ring. Der unbändige Siegeswillen schien auf Seiten des Gastgebers größer: Zum Auftakt begeisterte Kuzembaev im Batamgewicht (57 Kilogramm) mit einer eindrucksvollen Vorstellung. Scherfling hatte ihn auf seine Aufgabe, sein Gegner hieß Andreas Klein, sehr gut eingestimmt. „Klein ist ein einfacher, aber kampfstarker Boxer. Bestimme ihn mit deinen Aktionen und setze ihn permanent unter Druck“, gab der Cheftrainer ihm mit auf den Weg. Zu zwei Dritteln konnte Kuzembaev die vorher festgelegte Linie umsetzen. Selbst von einer Cutverletzung in Runde zwei ließ er sich nicht von seinem erfolgreichen Weg abbringen.

Dem NSV glückte ein Auftakt nach Maß, dem sich Tobias Tatai im Leichtgewicht (61 Kilogramm) und der schwedische „Einflieger“ Clarence Goyeram im Halbweltergewicht (65 Kilogramm) anschlossen. Dietrich-Scherfling lobte insbesondere Tatais kämpferischen Einsatzwillen und bezeichnete den Erfolg von Goyeram als „die größte Überraschung“. Zuvor habe ihm der Schwede noch eine schlaflose Nacht verschafft. „Ich stand mit ihm am Freitagabend in der Halle, wir haben Tatzenarbeit gemacht und Clarence hat ordentlich draufgehauen, so dass mir nach der Einheit die Schulter ein wenig weh tat“, erzählte der Cheftrainer eine kleine Anekdote am Rande.

Beiden gelang eine kämpferische Topleistung, die mit einer 10:7-Pausenführung belohnt wurde. Von einem Gesamtsieg war der Gastgeber also nur noch ein Einzelsieg entfernt. Ciham Calik hatte es nach der Pause als Erster in der Hand, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden. Mit Klemens Ruder aber keine leichte Aufgabe vor der Brust. Der mehrfache bayrische Meister wusste Calik gut zu beschäftigen. Dietrich-Scherfling zeigte sich mit der Leistung seines Schützlings nur bedingt zufrieden: „Du hast dir heute das Leben selbst schwer gemacht.“ Davon zeugten auch die Blessuren im Gesicht des 26-Jährigen. Nicht nur mit einem Unentschieden, sondern auch mit zwei Cutverletzungen verließ Calik den Ring.

Im Mittelgewicht (76 Kilogramm) stand mit dem mehrfachen polnischen Meister Tomasz Jablonski ein NSV-Debütant im Ring. Sein Gegner war Marco Opsivac, der sich als sehr unbequem erwies und ständig den Kopf unten hatte. Jablonski löste seine Aufgabe mit Bravour und sorgte für den frühzeitigen Gesamtsieg. Im Kampf um die Meisterschaft können am Ende nicht nur die Gesamtsiege ausschlaggebend sein, sondern auch die kleinen Zähler. Für noch mehr kleine Punkte sorgten im Halbschwergewicht Igor Teziev, der seinen Gegner Flamur Mehmeti in Runde zwei zur Aufgabe zwang, und Vladimir Ivanov im Superschwergewicht.

Viel Zeit, die Blessuren auszukurieren, haben die NSV-Kämpfer nicht. Schon am Samstag, 6. Dezember, geht es für die Mannschaft zum Rückkampf nach Straubing. „Wir steigen dort in den Ring, um zu gewinnen“, lautete die klare Ansage von Dietrich-Scherfling an seine Schützlinge. Schließlich will man dort die Tabellenführung weiter ausbauen, um dem Projekt „Meisterschaft“ erneut ein Stück näher zu kommen.

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