Interview mit NRW’s erfolgreichstem Superschwergewicht

Amtierender Deutscher Vize-Meister und erfolgreicher Ligaboxer.
Wer ist dieser junge, aufstrebende Hüne im Ring?

Sein Name ist Max – Max Keller, geboren am 8. Dezember 1991in Aachen.
Absolvent des Goehte-Gymnasium in Stolberg.
Heute studiert er Psychologie an der Uni Köln und trainiert am Olympiastützpunkt Rheinland.

Was mich einleitend interessiert ist, wie du zum Boxen gekommen bist? Es heißt, dass es für dich nicht ganz problemlos war den Boxsport anzufangen.

Bei der Frage muss ich lächeln und direkt an meine Eltern denken. Sie waren damals erst nicht begeistert von der Idee, dass ich als etwas wilder Pubertierender, mit dem Boxen anfange.

Im Fernsehen habe ich damals einen Kampf von Felix Sturm gesehen und mich hat das Schnelle und Flinke im Boxsport extrem beeindruckt.
Ich war sofort begeistert und der Wunsch zu Boxen brannte in mir.
Da habe ich meine Eltern überredet mir zumindest ein Probetraining zu erlauben.
Beim BC Helios erkannte dann mein damaliger Trainer, Peter Thoma ein gewisses Talent und mit seiner vertrauenswürdigen Arbeit waren auch meine Eltern schnell beruhigt. Durch das Training habe ich mich letztendlich sehr positiv entwickelt.

Wie ist es dann weiter gegangen?

Später habe ich dann zum PTSV Aachen gewechselt, weil ich dort größere Chancen gesehen habe und ich mich besser entwickeln konnte.
Mit meinen damaligen Trainern, Achim John und Josef Gottfried gewann ich 2009 zum ersten Mal einen Titel, Deutscher Meister der U19.
Heute lebe ich wegen meines Studiums in Köln wo ich zugleich die tollen Trainingsmöglichkeiten beim SC Colonia wahrnehmen kann.
Das Training am Olympiastützpunkt bei Gregory Tolkovets und Lukas Wilaschek ist klasse und holt alles aus mir raus.

Wie wichtig war und ist die Unterstützung deiner Familie und Freunde?

Ich bin froh, dass meine Familie mittlerweile nicht nur akzeptiert dass ich boxe, sondern mich dabei auch sehr unterstützt.
Es gibt mir Kraft zu wissen, dass meine Familie hinter mir steht und an mich glaubt.
Die meisten meiner Freunde kenne ich vom Training. Und besonders von den Boxern werde ich sehr unterstützt. Die Unterstützung der Familie und Freunde ist das Wichtigste, denn sie sind immer für mich da. Ob Sieg oder auch mal Niederlage, sie stehen hinter mir!

Hat der Sport dich auch über die Pubertät hinaus verändert?

Das Boxen hat mich auf jeden Fall sehr positiv verändert. Der Sport hat mich unbeschadet durch die schweren Jahre eines Jugendlichen gebracht. Interessant wäre zu wissen wie ich wäre, wenn ich nie mit Boxen angefangen hätte. Durchs Boxen bin ich disziplinierter und zielstrebiger geworden. Eigenschaften, die mein heutiges Leben sehr prägen und für meine persönlichen Erfolge maßgeblich verantwortlich sind.

Wie wirkt sich der Sport auf dein Privatleben aus?

Das Boxen hat natürlich starken Einfluss auf mein Privatleben. Schon alleine wegen des Zeitaufwandes, den ich durch mein Training und die Wettkämpfe habe. Einige Beziehungen haben das auch nicht überstanden.
Meine jetzige Freundin ist super und steht voll hinter mir und meinem Leben. Auch wenn ich weniger Zeit für sie habe, versteht sie mich und unterstützt mich bei meinem Traum noch erfolgreicher zu werden.

Was ist dein größter Erfolg?

Ich habe 2010 einen Kreuzbandriss gehabt und musste ein knappes Jahr aussetzen. Für mich war das damals eine sehr schwere Zeit, besonders mental hat mich die Verletzung sehr mitgenommen.
Mein größter Erfolg ist es gewesen, dass ich den harten Weg zurück geschafft habe und heute stärker bin als vorher!

Dürfen wir uns darauf freuen, dich in der nächsten Liga-Saison kämpfen zu sehen?

Ja, darauf könnt ihr Euch freuen! Ich bin froh, dass ich mich mit meinem Wunschverein, dem Nordhäuser SV einigen konnte und in der nächste Saison in der ersten Bundesliga starten kann.
Ich bin voll motiviert zu zeigen, dass ich in der 1. Liga erfolgreich mitmischen kann.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?

In fünf Jahren bin ich 27. und werde voraussichtlich mein Psychologiestudium abgeschlossen haben.
Mein Ziel ist es dann auch international erfolgreich zu Boxen.
Mit der Sicherheit eines abgeschlossenen Studiums und der Unterstützung meines Umfeldes, werde ich das auch schaffen.

Abschließend,möchte ich natürlich noch wissen wer dein Idol ist.

Vorbilder habe ich einige, aber für mich gibt es nur ein Idol und das ist Muhammed Ali!

Es war interessant mit dir zu sprechen und ich wünsche dir viel Erfolg!

Sportliche Grüße
Martin Lücker

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