BuLi – Nordhäuser werden ihrer Favoritenrolle gerecht

Nordhäuser SVJohann Reinhardt

Zum Bundesliga-Auftakt besiegt das NSV-Team Hannover deutlich mit 12:8

Auf dem Weg zum „Projekt Meisterschaft“ gelang den Nordhäuser Bundesliga-Boxern im ersten Kampf in der heimischen Ballspielhalle direkt der erste Sieg. Unter frenetischem Beifall der über 1000 Zuschauer bezwangen die Thüringer unter Leitung von Chefcoach Andreas Dietrich-Scherfling den BSK Hannover-Seelze mit 12:8. „Mit der Mannschaftsleitung bin ich überaus zufrieden. Die Stimmung war wieder einzigartig, auch unsere Neuverpflichtungen haben sich gut eingebracht und überzeugt“, bilanziert Dietrich-Scherfling nach seinem Einstand als Cheftrainer.

Dabei lagen die NSV-Boxer schon vor dem ersten Kampf auf der Siegerstraße. Krankheitsbedingt konnten die Niedersachsen keinen Sportler im Leichtgewicht aufstellen, sodass neben dem als verloren gewerteten Kampf auch der Wiegepunkt den Hannoveranern fehlte. Trotzdem mahnte Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling in seinem Liga-Debüt zur Vorsicht und appellierte an seine Mannschaft: „Hannover lebt von seiner mannschaftlichen Geschlossenheit. Sie werden es uns trotz des Vorsprungs nicht einfach machen und um jeden Punkt kämpfen. Alle Kämpfe beginnen von vorne.“

 Mit Erik Sokolov (-57kg), Tobias Tatai (-61kg), Rückkehrer Kastriot Sopa (-65kg), dem Polnischen Meister Mateusz Tryc (-82kg) sowie dem deutschen Vize-Meister Max Keller (ü92kg) präsentierten die Nordhäuser in fünf der sieben Gewichtsklassen bereits Neuzugänge. Bekannte Gesichter aus der Vorsaison waren Angelo Welp und der ungarische Leistungsträger Balázs Bacskai im Welter- sowie dem Mittelgewicht, während Publikumsliebling Leon Bunn weiter an einer Cut-Verletzung laboriert.

 Wie von Dietrich-Scherfling prophezeit gaben sich die Hannoveraner trotz der Hypothek im Vorfeld der Kämpfe keineswegs ohne Gegenwehr geschlagen. Im ersten Duell des Abends setzte sich der mehrmalige Bayrische Meister Raman Sharafa gegen Sokolov durch und nach dem kampflosen Sieg Tatais und der überzeugenden Rückkehr von Kastriot Sopa auch der amtierende Deutsche Meister Abass Baraou gegen Nordhausens Welp. Bei noch drei ausstehenden Duellen lagen die NSV-Boxer mit 9:8 also nur noch einen Zähler in Front. „In den unteren Gewichtsklassen konnten wir Hannover gar nicht einschätzen. In den oberen Gewichtsklassen wussten wir vorher in etwa wer für Hannover kämpft und stellten unsere Sportler dementsprechend auch darauf ein“, erklärt Dietrich-Scherfling.

 Doch neben dem wieder mal überzeugenden mehrmaligen Ungarischen Meister Balázs Bacskai wussten auch der polnische Neuzugang Mateusz Tryc und Max Keller im Superschwergewicht zu überzeugen. Beide kämpften mit Kevin Künzel und Artur Mann gegen frühere Nordhäuser, die an ihrer alten Wirkungsstädte aber nicht den Hauch einer Chance hatten. Künzel wurde zweimal angezählt, in nur drei Runden macht dies einen Sieg so gut wie unmöglich, Mann warf durch technischen K.o. sogar vorzeitig das Handtuch gegen Keller, einem zielstrebig boxenden Psychologie-Studenten aus Köln. „Durch die Stimmung in der Halle sind die Knie beim Einlauf schon etwas weich geworden. Nachdem ich eine halbe Minute brauchte um in den Kampf zu finden, hat mich die Anfeuerung unglaublich gepusht“, zeigte sich Nordhausens neuer „Superschwerer“ begeistert von der heimischen Kulisse.

 Einziger Wehrmutstropfen war eine Platzwunde Bacskais, doch der Ungar sicherte bereits am Abend seinen Einsatz für den schweren Auswärtskampf kommenden Samstag 18:00 Uhr in Babelsberg zu: „Durch einen Kopfstoß erlitt ich eine leichte Verletzung und blutete etwas. Im Anschluss an den Kampf war ich aber in guter ärztlicher Behandlung und wurde sofort versorgt. Ich habe keine Bedenken für den kommenden Kampf.“ Babelsberg zählt neben den Nordhäuser zu den Favoriten im Kampf um den Meistertitel und wird der erste richtige Prüfstein für die NSV-Kämpfer in dieser noch jungen Saison sein.

 Kastriot Sopa (gewann in der Gewichtsklasse bis 65kg gegen Aytekin Yöreci): „Nach der Deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen hatte ich keine direkte Regeneration, da ich vergangenes Wochenende noch ein Länderkampf gegen Kroatien bestritt. Trotzdem habe ich mich konditionell die drei Runden über gut gefühlt und habe außer ein paar Leichtsinnsfehlern im Kampf nicht viel zugelassen.

Die Stimmung in der Ballspielhalle war wieder fantastisch und kein Vergleich zu der in Hanau, wo ich letzte Saison boxte. Auch zu den Auswärtskämpfen sind die Nordhäuser Anhänger immer eine Bank, das ist einmalig.“

 Max Keller (gewann in der Gewichtsklasse über 92kg gegen Artur Mann):

„Ich habe noch nie in Nordhausen geboxt, aber gehört wie einzigartig die Stimmung sein soll. Ich habe die Halle betreten, den Ring bestiegen und die Knie sind schon etwas weich geworden. Nachdem ich eine halbe Minute brauchte um in den Kampf zu finden, hat mich die Anfeuerung unglaublich gepusht.

Auch meine Taktik im Kampf ist komplett aufgegangen. Zwar habe ich in der ersten Runde meine Führhand zu sehr fallen lassen, habe ihn aber immer wieder gut kommen lassen und anschließend mit links-rechts Kombinationen angegriffen.“

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