Haanerin Nadine Apetz wird zum dritten Mal in Folge Deutsche Meisterin im Boxen

Nadine Apetz

Nadine Apetz

Weltergewichtlerin Nadine Apetz aus Haan holte in Straubing auf der DM im Boxen Gold und das zum dritten Mal in Folge. Hätte es einen Preis für die weiteste Anreise gegeben, die hübsche Rheinländerin hätte auch diesen gewonnen, denn Nadine lebt und studiert in Australien.

An der Universität von Sydney forscht sie für ihre Doktorarbeit nach pflanzlichen Heilmitteln gegen die Alzheimer-Krankheit.
In Australien bereitete sie sich auf die Titelkämpfe im „University of Sydney Boxing Gym“ vor. Ihrem dortigen Trainer George Plellis verdankt die 27-Jährige, dass sie auch in „Down Under“ keine Unbekannte mehr ist. Nach nur sechs Kämpfen wurde sie Champion of „New South Wales“.

Für die Deutsche Meisterschaft flog Nadine extra aus Australien ein. Den letzten Feinschliff erhielt die Doktorandin bei ihrem Heimat-Verein, dem Boxring Hilden. Zweimal am Tag nahmen ihre Trainer Tim und Uwe Ottehenning die Weltergewichtlerin an die Pratzen. Uwe Ottehenning ist ein Mann, den man wirklich nicht als einen Optimisten bezeichnen kann. Er sieht die Dinge eher nüchtern. Doch bei seiner Boxerin war er sich sicher:  „Am 22. Juni hat der Boxring Hilden seine erste Deutsche Meisterin.“

Ottehenning behielt Recht, obwohl das Teilnehmerfeld unerwartet stark war. Bereits im Achtelfinale bekam sie Irina Schönberger vor die Fäuste. Die Europa-Meisterin von der PBG Bruchsal hatte vom Mittelgewicht abgekocht und startete im Weltergewicht. Ein Fehler, wie sich herausstellte, denn gegen Haans Australierin ging sie alle Runden unter. Im Semifinale stand Nadine ihrer Finalgegnerin aus dem Vorjahr, Janine Hoffmann gegenüber. „Ihrer schwersten Kontrahentin“, wie sie nach dem Turnier befand, denn die Kölnerin boxt unorthodox und ist immer für eine Überraschung gut. Doch Nadine ließ sich nicht überraschen, sondern boxte klug nach vorn und gewann auch diesmal alle vier Runden einstimmig.

Im Finale stand sie wieder einer Europa-Meisterin gegenüber. Diesmal war es Darlene Jörling. Die Boxerin des TPSV Münster holte letztes Jahr in Danzig den Europa-Titel. Aber auch Jörling konnte Nadine nicht einmal ansatzweise gefährlich werden. Mit langen Händen öffnete sie Deckung der Münsteranerin und schoss dann wie ein Blitz in den Nahkampf. Hier piesackte sie Jörling mit heftigen Körperhaken.

Nachdem der Ringrichter zum Zeichen des Sieges ihre Hand hob, gab es keine Halten mehr. „Mit einem Mal war der ganze Druck weg. Ich habe bestimmt eine Viertelstunde geheult. Meine Eltern haben sich so gefreut. Der Boxring Hilden hat mir vertraut und einen großen Teil meiner Flugkosten übernommen. Ich wollte dafür etwas zurückgeben und das ist mir gelungen“, sagte Nadine überglücklich. Nach der Veranstaltung fuhren Ihre Eltern sie schnurstracks aus Straubing zum Düsseldorfer Flughafen, wo sie am Sonntagmorgen in den Flieger nach Sydney einstieg.
Ihre Sportfreunde aus Hilden waren ein wenig traurig, da keine Zeit zum Feiern blieb. Aber die Siegerparty ist nur aufgeschoben. „Zur Weihnachtsfeier des Boxrings Hilden bin ich wieder da und dann lassen wir es richtig krachen.“